Viele Wege führen nach Rom

Mein zweiter „Auslandseinsatz“ während meines Praktikums führte mich nach Rom! Grund war diesmal nicht eine Klimakonferenz sondern – eine Praktikantenfahrt. Von unserem Arbeitsgeber werden wir Praktikanten für zwei Tage freigestellt, damit wir die Chance haben, international agierende Organisationen oder Institutionen zu besichtigen. Irgendwann kam unter einigen Praktiks die Idee auf, eine Fahrt nach Rom zu organisieren dsc05238und irgendwie landete auch ich im Team, das für die Fahrt verantwortlich war. Nach viel Geplane, Schreiberei und Gebuche machten sich dann Anfang Dezember 20 Praktikanten aus verschiedenen Standorten auf den Weg nach Rom.
Ein ziemliches Highlight erwartete uns dann aber schon eher: die FAHRT! Zusammen mit den drei Mitorganisatoren fuhren wir per Nachtzug von München nach Roma Termini. Die Betten blieben aber erstmal hochgeklappt, ein Tisch wurde aufgebaut und gemütlich gespeist. Auch die Kühlkette funktionierte, für die Cuba Libres stand also Eis zur Verfügung! Die an unserem Abteil vorbeigehenden Passagiere staunten ganz gut, als sie dort eine gemütliche Barathmosphäre erkannten.
So kamen wir halbwegs frisch am donnerstagmorgen an, machten uns auf dem Weg zum dsc05263Hostel, wo dann im Laufe des Tages auch die anderen Praktis anreisten. Zeit also, um schon mal ein bisschen von der Stadt zu sehen.  Am nächsten Tag hatten wir dann die Möglichkeit, das World Food Programme zu besichtigen, danach ging es zur Ständigen Vertretung bei FAO, WFP und IFAD.  Den Samstag und Sonntag nutzten wir dann für den Besuch von Museen, Vatikan, Parks, Sehnswürdigkeiten, Kneipen und Restaurants. Ich habe am Montag noch einen Urlaubstag angehängt, so konnte noch einmal das schönste Wetter genießen und im Dezember mit T-Shirt in der Sonne sitzen. Fazit Rom: Schöne Stadt und mit coolen Praktikanten noch mal besser!

Der erste Schritt in Afrika

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Da war er gewesen, mein erster Schritt auf dem afrikanischen Kontinent. Ein sehr besonderer Schritt für mich. In der Hand trug ich ein zusammengepacktes Roll-up – denn ich war über die Arbeit hier: Vom 8. – 12. November begleitete ich meinen Kollegen Robert auf der Klimakonferenz CoP22 in Marrakesch. Er wurde dorthin eingeladen, um einen Vortrag zum Thema Nexus Energie, Wasser und Landwirtschaft zu halten. Ich wurde mit dem Auftrag mitgeschickt, ihn dabei zu unterstützen. Für mich hieß das also: Roll-ups tragen, französisch sprechen, Fotos machen und während seines Vortrages ein Miniaturmodell eines Pilotprojektes präsentieren.
dsc04964Die ganze Fahrt war eher unorganisiert, das Landesbüro in Marokko sollte sich um Unterkunft und Akkreditierung kümmern. Am Flughafen angekommen wussten wir jedoch nicht, ob wir die Akkreditierung erhalten haben (und damit den Zutritt zur CoP) und wo unsere Unterkunft sein sollte.
Nach einigen Anrufen meines namibianischen Kollegen Roberts (die Ruhe in Person) hatten wir dann zumindest eine Adresse und konnten in den passenden Reisbus einsteigen, der die ankommenden CoP-Besucher auf ihre Hotels verteilen sollte. Zu unserer Zeit schienen es aber noch nicht viele zu sein, so verließ der 60-sitzige Reisebus mit 6 Ankömmlingen das Flughafengelände. Nachdem die paar anderen Reisenden zu ihren Hotels gebracht wurden, saßen nur noch Robert und ich im Bus. Doch weder Busfahrer noch Reiseleiter wussten genau, wo unser Hotel sein sollte.
Und so kreist also ein riesiger Reisebus durch Marrakesch, auf der Suche nach dem Hotel, um zwei Besucher der Klimakonferenz abzuliefern. Letztendlich kamen wir auch an. dsc04951
Die CoP22 gliederte sich in zwei Bereiche, die Blue Zone (wo die ofiziellen Konferenzenzen stattfanden und sich die Politiker /Entscheidungsträger für die Verhandlungen tragen) und die Green Zone ( eine große Messe mit klimarelevanten Ausstellern & Konferenzräumen für Vorträge). Für uns war die Green Zone relevant, wo wir 3 Tage lang die verschiedenen Stände besuchten, Vorträge anhörten und letztendlich auch unseren eigenen präsentierten.

Nach der Messe blieb dann immer noch ein bisschen Zeit, um etwas vom Marrakesch selbst zu sehen. Leider viel zu wenig für diese wunderbar geheimnisvolle, lebendige Stadt, die überall anders roch, klang und aussah. So schlenderte ich manchmal über Stunden ohne Plan und Orientierung durch immer kleiner und größer werdende Gassen, vorbei an dsc04984Märkten, kleinen Imbissen, Teeständen und an Leuten, die mit Leiter und Besen versuchten eine Katze vom Hausdach zu retten. Und war man noch so verloren in einem Labyrinth aus schmalen Gängen, früher oder später traf man ein paar Touristen, die einen Weg zu kennen schienen.
Und so ging es dann nach ein paar Tagen wieder zurück, diesmal per Taxi zum Flughafen. Marrakesch werde ich aber bestimmt noch einmal wiedersehen 🙂

 

Ins ferne Unbekannte

Ein Tag nach Abgabe meiner Bachelorarbeit machte ich mich mit meinem Großen Bruder Marvin Ende Mai auf den Weg nach Tokyo! Der Grund für unsere Reise dorthin waren primär die ziemlich günstigen Flugtickets, die wir uns gut ein halbes Jahr vorher kaufen konnten.
Für mich waren es die ersten Schritte in Asien überhaupt, trotz geringer Reisevorbereitung kamen wir dann doch ziemlich gut in Japan klar. Die ersten paar Tage verbrachten wir DSC00760akklimatisierend in Tokyo, auch wenn uns die Riesenstadt anfangs ein wenig erdrückte. Die Stadt schauten wir uns vom Tokyo Sky Tree, dem zweithöchsten Bauwerk der Welt, zunächst von oben an. Dann verbrachten wir 2 Tage mit laufen, U-Bahn fahren, shoppen, Sehenswürdigkeiten anschauen und essen. So kamen wir zum leckersten Sushi auf dem Fischmarkt, zu einem Oktoberfest mitten in Tokyo, in viele Tempelanlagen und sogar nach Yokohama.
War mir während der Streifzüge auffiel, war oft das komplette Gegenteil von Bolivien:

-Sauberkeit: obwohl es sehr schwer ist, einen Mülleimer zu finden, ist es erstaunlich sauber. Sogar die öffentlichen Toiletten, die zum einen kostenlos sind, zum anderen so gut wie überall aufzufinden sind.

DSC00816-Sicherheit: Japan gilt als eines der sichersten Länder überhaupt, und das merkt man. Wäre ich wie in Tokyo in La Paz rumgelaufen, hätte man mich wahrscheinlich schon nach 10 Minuten beklaut. Bei unserer Unterkunft in einem Wohngebiet waren die meisten der dort abgestellten Fahrräder nicht abgeschlossen. Scheint dort nicht nötig zu sein.
Nicht nur bei der Sicherheit krimineller Natur, auch bei der Sicherheit im Allgemeinen schneiden die Japaner ein bisschen besser ab. In Bolivien stapfte man durch Minenschächte, wo 50 m entfernt Sprengungen durchgeführt wurden, saß in Bussen, die der betrunkene Fahrer erst bei Lichthupen des Gegenverkehrs von der Straßenmitte zurückwich oder sah abenteuerliche Hauskonstruktionen. In Japan war gefühlt jede mögliche Gefahrenstelle vielfach gesichert: mit Schildern, Lampen, Absperrungen und zusätzlich Personen mit einer Art Lichtschwertern in der Hand zum „winken“.

„Es ist nämlich so, dass in Japan von Amtswegen keine, auch nicht die kleinste Ausbesserungsarbeit vorgenommen werden darf, ohne, dass die Unversehrtheit der umhereilenden Passanten durch menschliche Wegweiser gewährleistet wird. Und wer seinen Bagger auf der Straße stehen lässt, der hat verdammt nochmal dafür zu sorgen, dass ein Winker danebensteht, selbst wenn dieser leichter zu übersehen ist als der Bagger… Wie wohltuend und beruhigend es doch ist, wenn nette Menschen aktiv darum bemüht sind, dass ich nicht in den Bauzaun renne, stolpere und mir wehtue. Und auch wenn ich sowieso da lang wollte, wird mir vorsorglich die Richtung angezeigt. Und auch, wenn da eine Schranke ist, wird mir gewunken, denn ich könnte ja beschränkt sein und die Schranke übersehen. Und auch, wenn es nur diesen einen Weg gibt und sich das Winken eigentlich erübrigt, ist doch immer ein Lotse da, der sich verbeugt und sagt: hier lang bitte.“
Aus der Reportage: Bin dann mal kurz etwas länger in Japan

-Pünktlichkeit: Es ist alles pünktlich. Punkt.DSC00825

Nach einigen Tagen in Tokyo machten wir uns auf den Weg nach Kyoto. In Deutschland besorgten wir uns im Vorfeld einen Japan Rail Pass, mit dem wir eine Woche so viel Zug fahren konnten, wie wir wollten. Dank der Hochgeschwindigkeitszüge Shinkansen kam man immer sehr schnell und unkompliziert von einer Stadt in die nächste. In Kyoto kamen wir dann ein bisschen mehr zu Ruhe, statt U-Bahn fuhren wir Bus und die schönen Sehenswürdigkeiten lagen nicht mehr ganz so weit verstreut. Es gab mehr und mehr Natur und schöne Schreine und Tempel. Von Kyoto machten wir uns dann weiter auf nach Nagasaki. Auch diese Stadt gefiel uns richtig gut. Natürlich stand hier ein Besuch der Gedenkstätten der Ins ferne Unbekannte weiterlesen

Zusammenkunft auf den Azoren

Nach vielen Jahren schafften wir es zum Ende 2015 zu etwas ganz besonderem: einen Familienurlaub und gemeinsames Weihnachten mit der Familie!
Die Azoren sind eine schöne handliche Inselgruppe irgendwo im Meer von Portugal aus Richtung USA. Eine Woche befanden wir 3 Brüder uns auf São Miguel, unsere Eltern kamen nach ein paar Tagen dazu. Eine schöne Insel, mit wunderbarer Natur und auch schaurigen Plätzen. Leider waren die Azoren-Hochs wohl gerade ausgegangen, sodass wir oft mit Regen und Wolken zu kämpfen hatten. Ein paar Eindrücke:

 

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Ins Land der Sonne

Aus Bolivien zurückkommend, verbrachte ich 2 Wochen „akklimatisierend“ in Deutschland. Ich besuchte Verwandte und Freunde und genoss den Sommer im heimischen Garten :).
Dann musste ich jedoch wieder etwas unternehmen. Nach all der Abenteuerzeit in Südamerika wäre es zu langweilig gewesen, meine Semesterferien unbereist zu lassen. Ohne viel Planung machte ich mich auf dem Luftweg nach Skopje, Mazedoniens Hauptstadt. Seit meinem Freiwilligenjahr in Frankreich (dort war auch ein mazedonischer Freiwilliger) reizte mich dieses doch  ziemlich unbekannte Land, besonders wegen seiner Flagge.
In Skopje verbrachte ich ein paar Tage im Unity Hostel und schaute mirDSC09979 die Stadt an. Besonders auffällig: Monumente, Statuen und Fahnen. Überall. Wie in vielen anderen Städten gab es auch hier eine alte Festungsanlage in der Mitte der Stadt, eine westlich geprägte „Neustadt“ und eine muslimisch geprägte Altstadt und viele nette Backpacker aus aller Welt. Nach einigen Tagen, Museen, Basaren, leckeren Essen, Wanderungen außerhalb von Skopje und interessanten Bekanntschaften plante ich Ohrid als nächsten Aufenthalt.
Insgesamt fühlte ich mich in Mazedonien oft an Bolivien erinnert: Umringt von anderen Ländern und kein Meer. Einem riesigen Inlandsee (aus der selben Zeit wie der Titikakasee stammend) der zu Mazedonien und Albanien gehört, ziemlich preiswert zum reisen, essen, übernachten…
DSC00019Ohrid selbst ist eine wunderschöne Stadt am Rande des Ohridsees. Ein glasklarer See, mit perfekter Badetemperatur! Wären bloß nicht all die Touristen. Leider hatten anscheinend gerade sämtliche Balkanländer Ferien, wegen der guten Preise zieht es daher viele Urlauber aus allen umliegenden Ländern nach Mazedonien, speziell Ohrid. Zum Glück konnte man dem Trubel ein bisschen entkommen, wenn man früh genug aufstand oder die richtigen Strände kannte! Nach ein paar Strandtagen, Klösterbesichtigungen und wie immer vielen Bekanntschaften mit anderen Reisenden fuhr ich weiter nach Bitola. Diese Stadt war super entspannt und untouristisch mit einem super Nachtleben. Auch hier verblieb ich ein paar Tage, die wegen leckerer Coctails, Wanderungen im Nationalpark und der schönen Stadt schnell rumgingen.
Meine nächste Station war Krushevo, einer geschichtlich sehr wertvollen Stadt. Nach einer Nacht gings weiter nach Prilep. Nach langer Suche nach einer Unterkunft musste ich in einem Hotel schlafen. 20 Euro waren für eine Nacht über das Doppelte, was ich sonst immer bezahlte.DSC00225
Von Prilep machte ich mich dann langsam auf den Rückweg, jedoch ohne viel Plan wie :D. Ich hatte ja nichts geplant. Letztendlich fuhr ich zurück nach Ohrid, von dort nach Struga, von dort in Albaniens Hauptstadt Tirana. Dort traf ich mich mit einer alten WG-Mitbewohnerin und lernte auch Tirana ein bisschen kennen. Von Albanien nahm ich eine Fähre, die mich nach einem Tag auf dem Wasser von Durres nach Ancona in Italien brachte. Hier schnappte ich mir einen Zug nach Bologna. Nach ein bisschen Stadttour schnappte ich mir einen Flieger, der mich nach ca. 3 Wochen wieder gut nach Hamburg brachte.

Dies war eine ziemliche Kurzfassung des Erlebten. Insgesamt hat mich Mazedonien ziemlich beeindruckt. Es ist ein sehr DSC00125stolzes, altes und neues Land. Die Einwohner sind Ausländern gegenüber ziemlich aufgeschlossen, nett und hilfreich. Besonders, wenn man zumindest ein paar Brocken Mazedonisch rausbrachte. Verständigungsprobleme hatte ich nie. Die Bevölkerung ist ziemlich sprachenreich.
Zum Reisen ist Mazedonien auch perfekt. Es gibt traumhafte Landschaften und eine sehr leckere Küche mit grieschichem und türkischem Einfluss, viele kulturellen  und geschichtliche Orte, guten Busverbindungen zwischen den Städten und vielen Hostels. Für mich sicherlich nicht die letzte Reise hierher 🙂

La Paz – ABC

Nachdem ich damals ein ABC zu Peru gemacht habe, hier das gleiche mal auf La Paz bezogen 🙂

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Plaza Avaroa:
In La Paz gibt es nicht wirklich viele grüne Ecken, Parks oder Entspannungsmöglichkeiten. Durch die limitierte Fläche auf Grund der Topografie werden eher neue Hochhäuser gebaut, als unrentable Grünflächen anzulegen… Umso glücklicher bin ich, dass ich zumindest den Plaza Avaroa direkt vor meiner Haustür habe, ein Platz mit ein paar Bäumen und Rasenflächen in dem man gut mal entspannen und die Sonne genießen kann.

Briefe:
Leider schaffen es die wenigsten Briefe/Päckchen zum Empfänger. Zumindest, wenn sie außerhalb von Bolivien abgeschickt werden. Immerhin 2 Postkarten und ein Brief haben den Weg geschafft. Auf das Weihnachtspäckchen meines Bruders und viele Briefe wartete ich bis zum letzten Tag vergebens…

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