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Ach wie schön ist Asturien!!!

Nach der stressigen Klausurenphase zum Ende des zweiten Semesters kam ein Urlaub mit meinen Eltern und meinem kleinen Bruder genau richtig. Für fast 2 Wochen ging es nach Asturien – Nordspanien. Nach einer langen Flugreise von Hamburg über Frankfurt nach Bilbao war das Ziel aber noch nicht erreicht: ein kleines Ferienhäuschen in Picones bei Nueva.  Kennt natürlich keiner (ein kleines Kuhdorf – wortwörtlich 😀 ).  Nachdem wir gerade aus Bilbao rausgefahren sind, kam schon die erste Attraktion: Eine riesige Brücke über den Rio Ibaizabal, die man als Autofahrer nur per Gondel überqueren konnte. So schwebten wir kurze Zeit später mit dem Auto einige Meter über der Wasseroberfläche – Auch mal ein Erlebnis.
Nach 200km und mehreren Stunden Fahrt Richtung Westen erreichten wir also das kleine Ferienhaus – eines von ca. 10 Häusern in diesem „Ort“. Starker Kontrast zu Hamburg – perfekt zur Erholung ;).

Da der Tag fast vorüber war, schafften wir nur noch eine kurze Erkundungstour zu unserem kleinen Traumstrand fast vor der Tür 🙂 Am  folgenden Tag wurde aus der Erkundungstour eine Erkundungswanderung und so folgten wir immer wieder Stecken des „Camino de Santiago“, dem Jakobswegs und kamen so über Berge, Kuhwiesen und Gestrüpp an steilen Felsküsten und schönen Stränden vorbei. Eine wirklich atemberaubende Landschaft, die so grün und voller Leben (sehr oft Kühe 😉 ) ist, das man sich gar nicht in Spanien glaubte.

Die nächsten Tage verbrachten wir dann bei den dazu perfekten Temperaturen entweder…

…an Stränden mit PicNic, Grillen, schwimmen, angeln(auch wenn ein kleiner Erfolg erst
mit einer neu angeschafften Harpune kam 😀 ) und… Kunst aus Strandgut bauen 😉

…oder aber in den Bergen: die „Picos de Europa“. Bei der ersten Wanderung kämpften wir uns lange Zeit durch Wiesen mit Pferden, Kühen und (zum Entsetzen meiner Mutter ;)) Bullen. Nach langem steilem Aufstieg auf einen hohen Gipfel, in der Hoffnung eine wunderschöne Aussicht zu haben, standen wir plötzlich in aufziehenden Wolken. Weiter als 50 m konnte  man nicht mehr gucken, jedoch noch ausreichend, um ebenso plötzlich über 30 Geier etwas über uns aufzuschrecken, die als wir uns näherten majestätisch das Weite suchten ;).

Natürlich ging es auch zu einigen größeren Städten in der „nahen Umgebung“ :  Asturiens Hauptstadt Oviedo  und die größere Hafenstadt Gijon. Dank mangelnder Englischkenntnisse auf Seiten der spanischen Bevölkerung 😀 konnte ich direkt mein Uni-Sprachkurs-Gelerntes anwenden :D. Jedoch hatten wir das Thema Friseur noch nicht behandelt und so wurde der dortige Besuch recht lustig und ein bisschen kurz für meine Haare, aber natürlich unvergesslich :P.

Ebenso unvergesslich bleibt auch eine Fischverkäuferin in einem Supermarkt nahe der Picos de Europa:
Da mein kleiner Bruder eine Paella zubereiten wollte, trafen wir beim Einkaufen auf sie: die lustigste und großzügigste Verkäuferin Spaniens ;).  Ich konnte als Anfänger natürlich nur das gröbste ihrer Sätze verstehen, aber der 20 Minuten Einkauf verlief ungefähr so: Nachdem mein Bruder und meine Mutter der Verkäuferin unser Vorhaben auf Spanisch mitteilten, war direkt Sympathie auf beiden Seiten geweckt. Es folgte ihrerseits eine lange Erklärung über die nötigen Zutaten. Natürlich bejaten wir ihre Frage, ob sie uns eine 4-Leute Menge zusammenstellen dürfte. So fing sie also an, wog die verschiedenen Muscheln, Garnelen etc. ab und legte breit grinsend danach immer noch eine Hand obendrauf. Wir waren wie wild am Lachen und sie hatte anscheinend auch ihren Spaß mit uns 😀   Dass sie, nachdem sie uns schon eine Packung mit kleinen eingelegten Sardinen zur Vorspeise geschenkt hatte, uns nochmal zur Kasse folgte, um uns noch die richtigen Kräuter nachzureichen war dann auch nicht mehr verwunderlich J. Ebenso, dass die Paella abends göttlich war!

Wo wir schon bei freier Kost sind: ganz in der Nähe von unserem Wohnort wurde das alljährliche Cidra-Festival (Cidra= Apfelwein :)) abgehalten ( mit 3000 Liter frei-Cidra 😉 ) . Cidre, das Topgetränk in der Region von Asturien, wir immer aus gut einem Meter Höhe in die Gläser eingeschüttet, damit während des Falls Luft an ihn kommt und sich der Geschmack verändert – verrückt!
Anfangen sollte der Spaß um 6 Uhr. Also es ging um 8 Uhr los (Spanien halt 😀 ): Vor der Bühne versammelten sich immer mehr Leute und die Cidra-Fässer wurden angerollt. Es wurde immer voller, die tausenden Menschen, ob jung oder alt, auch. Die Stimmungsmacher auf der Bühne schmissen einen spanischen Hit nach dem Anderen – ein wahres Spektakel 😉 und lecker frei-Cidra für alle 🙂 !

Der Urlaub näherte sich leider wieder dem Ende, doch bevor es so weit war, gab es ein kleines Volunteer-Wiedersehen nach ziemlich genau 3 Jahren: mit viel Glück bekam ich das letzte Busticket nach Bilbao und 4 Busstunden später traf ich Nerea wieder, die wie ich vor 3 Jahren bei einem Litauen-Freiwilligendienst teilgenommen hat. Sie kam mit ihrer kleinen Schwester auch per Bus und zusammen verbrachten wir einen super lustigen Tag in Bilbao, wirklich eine wunderschöne Stadt. Nachdem ich die Nacht in einer Jugendherberge (mit etwas Glück das letzte freie Bett bekommen 😀 – mein Glückstag also 😉 ) verbrachte, traf ich mich mit meiner Familie am Flughafen.

Dort spielte sich dann leider ein kleines Drama ab: ich bekam meine beiden Angeln nicht durch die Kontrolle mit ins Handgepäck und musste sie in eine Mülltonne werfen… Na ja jetzt freut sich bestimmt ein spanischer Flughafensicherheitsbeamter über eine neue Ausrüstung :D:D. Esto es.

Und damit ging ein super Urlaub zu Ende, am nächsten Tag begann mein Praktikum in Rheine…

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