Raus ins Campo !

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Am Dienstag kam ich mal wieder aufs Land raus. Mit zwei Campesinos fuhr ich 1,5 Stunden aus La Paz hinaus ins Campo. Dort sollten ein paar Insektenlichtfallen in einem Quinuafeld aufgebaut werden, um ein bisschen Forschung zu betreiben. Um gegen Schädlinge anzukommen, benutzen die Campesinos große Mengen an Insektiziden. Dabei wissen sie oft nichts über die Giftigkeit dieser Stoffe. Die Lichtfallen funktionieren sehr einfach. Eine solarbetriebene Lampe strahlt nach unten eine Wasserschale an. Diese reflektiert das Licht, und lockt Insekten an, die dann ins Wasser fliegen. So kann in der Antrag-07885Theorie auf Insektizide verzichtet, und der Quinua als “biologisch, dynamisch, organisch” verkauft werden, was zu besseren Preisen führt. So installierten wir 3 verschiedene Lampen auf dem Quinuafeld. Der dortige Campesino hat nun in der Woche die Ehre, morgens die Schadinsekten im Bottich zu zählen, die Lampen mit Hilfe der Solarpanels zu laden und nachts die Lichter einzuschalten.
Bei der Installation konnte ich natürlich die traumhafte Landschaft um mich rum bewundern. Während der Regenzeit, also in den frühen Sommermonaten, ist das sonst ziemlich karge Hochland eine grüne Oase. Und während man auf der einen Seite in grüne Täler schaut, ragt auf der anderen Seite die Gebirgskette der Anden, die Cordillera Real, in die Höhe. Ein Traum.

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Oruro Allaaaf!

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Karnevalszeit. Auch in Bolivien eine große Sache. Und was Köln für Deutschlands Karnevalszene ist, ist Oruro für Bolivien. Natürlich mit einigen Unterschieden.
Um diese kennen zu lernen, machte ich mich am Freitag mit Hans auf nach Oruro. Als der Bus, privat organisiert vom Bruder eines Freundes eines Freundes, nach ziemlicher Verspätung (selbst die Bolivianer haben sich schon ein bisschen aufgeregt, dass will was heißen :D) endlich losfuhr, ging die Feierei auch schon los. Die 6 Stunden in der fahrenden Diskothek gingen gut vorbei, in Oruro angekommen kamen wir im Haus von Karens Eltern unter. Dort kam es dann auch zum Wiedersehen mit David und Stefan, die schon etwas früher aus Santa Cruz eingetroffen sind.

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Am nächsten Tag begann der Karnevalsumzug um 8 Uhr morgens. Als wir um 10 mit unseren bolivianischen Freunden an der Tribüne ankamen, fanden wir nur noch mit Müh und Not Platz. Bis spät in Nacht und neuen Tag hinein blieben wir, mit der Musik feiernd, den Tänzern zujubelnd und das „ein oder andere trinkend“. Am Sonntag wurde das Ganze dann noch einmal wiederholt. Nur dass, da am Sonntag erlaubt, noch ein bisschen mehr getrunken wurde und die Stimmung überragend war. Trotz Regens und lecken Dachfolien.
Nun ein bisschen zu den Unterschieden:
Antrag-07703-An der Straße des Umzuges entlang stehen Tribünen, für die man Eintritt zahlen muss. Je nach Lage sind diese entsprechend teuer. Und mit teuer mein ich teuer. Wir zahlten für die zwei Tage gut 100 Euro…
-Es gibt keine großen geschmückten Wagen wie man sie aus Deutschland kennt. Es wechseln sich immer Musikbands und Tanzgruppen ab. Diese kommen aus ganz Bolivien und zeigen verschiedene Tänze und Kostüme.
-Die Zuschauer sind nicht verkleidet. Außer mit Regenponchos.
-Es werden keine Bonbons geworfen. Ab und zu mal ein Kokablatttütchen oder ein winziges Stofflama.
-Der Karnevalsumzug wird an 2 Tagen abgehalten, jeweils startend um 8 Uhr morgens. Die letzte Gruppe darf um 4 Uhr morgens des nächsten Tags laufen (bevor es dann 4 Stunden später wieder losgeht…)Antrag-07710
-Es kommt zu einer ziemlichen Hochrüstung der Besucher mit Schaum aus Dosen oder auch „künstlicher Schnee“ genannt. Damit wird sich dann gegenseitig bekämpft. Einmal legten David, Stefan und ich es darauf an, und standen zu dritt auf dem Plaza Central gut 20 Bolivianern entgegen. Durch eine gute Taktik und jeweils 2 Schaumspraydosen überlebten wir aber knapp! :D
-Man grüßt auch mal nen Professor der mit auf dem Umzug tanzt.

Um noch ein paar bessere Vorstellungen zu bekommen noch ein paar Bilder / Videos!

 

 

Für ein paar Videos :

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Ein kleines Reiseresümee

40 Tage reiste ich durch den Süden Südamerikas. Bepackt mit meinem 35l Rucksack, den ich mir oft einen Tacken größer wünschte. Neben Chile entdeckte ich mit Argentinien und Uruguay zwei neue Länder und in Ihnen viele nette Leute und Abenteuer. In meinem Reisepass befinden sich 10 neue Stempel, auf meinem Computer viele neue Fotos, in meinen Kontaktlisten neue Freunde, in meinem Zimmer neue Mitbringel und in meinem Kopf viele neue Eindrücke und Erlebnisse. Travel is the only thing you buy, that makes you richer. Irgendwo gelesen und – irgendwie wahr.
Wie immer ging die Zeit viel zu schnell vorbei. Anfangs noch ein bisschen gestressed, passend zu Weihnachten im Nationalpark Feuerland zu sein, eine Woche später dann zu Neujahr in Buenos Aires, wurde es 2015 entspannter. So konnte ich auch mal 4 Tage krank in Uruguay im Bett bleiben, über 10 Tage Buenos Aires entdecken oder nen Nichtstuhtag einlegen. Aufgrund der Argentinischen Währungskrise sind die Preise im Land seit Jahren ziemlich stark am steigen, es geht um Inflationsraten von 35%. Hier ein interessanter Bericht aus der Sueddeutschen zum Thema. In Argentinien begann ich auch daher mit Couchsurfing und war erstaunt wie gut ich damit rumkam. Mit meinem Host Gaston in Buenos Aires freundete ich mich so gut an, dass ich letztendlich deutlich länger blieb als geplant. Auch bei den weiteren Stationen war ich immer von der Gastfreundschaft und Unternehmenslust der Host’s angetan. Durch Couchsurfing bekam ich die Gelegenheit, die Städte, Kulturen und Menschen ganz anders kennen zu lernen. Ich hatte eine wunderbare Zeit und freue mich, dass es noch so viel mehr von Südamerika zu entdecken gibt. Zum Ende meiner Reise war ich dann aber auch wieder froh, in Bolivien zu sein. Home sweet home!

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The way back home

Argentinien – Córdoba – La Rioja – Salta

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Das Ende meiner Reise näherte sich. Für den Rückweg von Buenos Aires nach Bolivien wollte ich unterwegs noch ein paarIMG-20150126-WA004 Zwischenstationen machen. Die erste in Córdoba. Dort kam ich über Couchsurfing bei Mati unter, der mir, zusammen mit Gon (ein Freund von Mati :D), die Stadt zeigte. Bis abends warend wir unterwegs, dann wurde der Fernet auf den Tisch gestellt und Uno gespielt. Diesmal verlor Deutschland das große Finale gegen die Argentinier. Als ich den anderen erzählte, am nächsten Tag nach Cumbresita aufbrechen zu wollen, um dort ein bisschen in der Natur zu wandern, war Gon direkt mit von der Partie. 10 Minuten später hatte er noch 2 weitere Freunde organisiert. So saßen wir am nächsten Tag im Auto einer der Freunde 20150118-DSC07516und tranken Mate. Als wir nach 3 Stunden ankamen war ich erstmal geschockt. Das kleine Örtchen wurde wohl vor langer Zeit von Deutschen Auswanderern gegründet. Überall war son Krimskrams aus Bayern zu sehen/kaufen…Wir besorgten uns ein paar Picknicksachen und machten uns auf eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall. Sehr schön und sehr touristenüberlaufen :D. Nach der Rückfahrt gingen wir alle noch ins Kino, Hobbit 3. Das ich den Film vorher schon 2 mal gesehn hatte machte dabei gar nichts. Für die anderen war es auch das dritte oder vierte Mal :D.

Von Córdoba machte ich mich dann nach La Rioja auf. Eine Stadt in der Nähe des Talampaya – Nationalparks, den ich besichtigen wollte. Auch hier kam ich wieder per Couchsurfing unter, bei Flor und ihrer supernetten Familie + coolen Haustieren. Auch hier bekam ich erstmal eine kleine Stadtführung, die am Ende fast im Regen unterging :D.

Der Nationalpark war dann auch schön, wenn auch in typischen Argentinischen Preisen. Schöne Felsformationen und Landschaften waren natürlich ein Traum zum Fotografieren. Ebenso der Papagei meiner Gastfamilie.

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Nach zwei Tagen in La Rioja machte ich den nächsten Schritt nach oben: Salta. Von Salta wollte ich einen Bus nach Tarija in Bolivien nehmen, war zumindest der Plan. Ich verbrachte nur einen Tag in der Stadt, zog es mich immer mehr zurück nach20150122-DSC07600 Bolivien. Als ich am Terminal mein Busticket für den nächsten Tag kaufen wollte, sagte man mir, dass diese für die nächsten 4 Tage ausgebucht sind. Aber mir wurde eine Alternativroute vorgeschlagen. In der Stadt schaute ich mir die Llullaillaco-Mumien in einem Museum an. Dabei handelt es sich um drei Kindermumien, die auf dem 6739m hohen Vulkan Llullaillaco gefunden wurden. Die Kinder wurden vor ca. 500 Jahren von der Inka-Kultur geopfert wurden. Dabei wurde einem echt ein bisschen mulmig. Abends traf ich mich noch mit ein paar anderen Reisenden, die ich unterwegs kennenlernte und genoss ein letztes Mal ein leckeres argentinisches Steak.
Dann am nächsten Tag kam die letzte Etappe, der Weg nach Bolivien.

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Per Bus fuhr ich nach Aguas Blancas, an der Grenze Argentiniens/Boliviens. Dort konnte ich mir zwei Stempel mehr für meinen Reisepass besorgen, per Boot über einen Fluss gelangen und dann ein Collectivo nach Tarija nehmen. Dort angekommen musste ich nicht lange warten, bis auch ein Bus nach La Paz fuhr. Und dann, nach 17 Stunden von Tarija aus, kam ich wieder in La Paz an. Meiner Stadt. Meinem zu Hause.

Lachs in Luján

Argentinien – Luján

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Nach meinem Uruguay-Trip wurde es langsam Zeit für die Rückreise. Da lag Buenos Aires natürlich auf dem Weg. Zu dem lockte mich mein vorheriger Couchsurfer Gaston mit einer Grillparty im Haus seiner Eltern. Sowas kann man sich nicht entgehen lassen. Nach einer Nacht in Buenos Aires machten wir uns am nächsten Tag auf und besorgten schon mal wichtigsten Sachen: Kohle, Fernet und nen halben Lachs. Nach ein paar Runden Tischtennis und im Pool kamen abends dann auch die anderen Gäste und ein leckerer Grillschmaus begann.
Am nächsten Tag fuhren wir noch durch das kleine, lebhafte Städchen, bevor es zurück in die Hauptstadt ging. Dort nahm ich abends einen Bus nach Córdoba.

U wie Urlaub

Uruguay – Montevideo / La Paloma / Colonia

Wenn man schon in Buenos Aires ist, dann darf ein Abstecher nach Uruguay natürlich auch nicht fehlen. Die beiden Großstädte liegen relativ nahe beieinander, zwischen ihnen die Mündung des Rio de la Plata in den Atlantik. Per Boot verließ ich also Buenos Aires und setzte nach Colonia in Uruguay über, wo mich ein Bus weiter nach Buenos Aires brachte. Dort kam ich bei der Familie einer Freundin aus Bolivien unter. Leider bekam ich zu Anfang sehr wenig von der Stadt zu sehen. Nach einer Runde feiern mit dem Sohn und dem langen Auschlafen am Tag drauf bekam ich nurnoch den Strand zu 20150114-DSC07487sehen. Ich beschloss eine Runde joggen zu gehn, im Anschluss spielte ich noch eine Runde Strandfußball mit nem Haufen Uruguayern. Schnell war ich, wie so oft, Toni Kroos :D. Das war dann auch schon meine letzte Aktion für die kommenden Tage. In der Nacht bekam ich starke Kopfschmerzen, Fieber und Übelkeit, die mich die nächsten 3 Tage ins Bett fesselten.
Als ich wieder fit wurde, war auch Hans mitlerweile in Montevideo eingetroffen. Zusammen fuhren wir nach La Paloma an den Strand des Atlantiks. Dort kamen wir in einem netten Hostel unter und machten die Bekanntschaft mit drei netten Schwedinnen, mit denen wir uns am nächsten Tag ein paar Räder ausliehen und einen Fahrrad/Strandtag verbrachten. Gefühlt wie ein Urlaub an der Nordseeküste… Am nächsten Tag haben Hans und ich uns fürs Surfen entschieden. Wir liehen uns ein paar Boards aus und bezwangen bei einem traumhaften Wetter die ein oder andere Welle. 20150111-DSC07437Am nächsten Tag machten wir uns dann wieder zurück nach Montevideo. Während Hans sich weiter nach Buenos Aires aufmachte, blieb ich noch den Rest des Tages in der Stadt, da ich ja noch quasi nichts von ihr gesehen habe. So zog ich durch die Stadt, nutzte den Regen optimal für ein paar Museen und das schöne Wetter für weitere Stadterkundungen. Hier fällt einem auf, dass die Uruguayer noch verrückter nach Mate sind, als die Argentinier. Ständig sieht man Leute, in einer Hand das Mate-Gefäß, unter dem Arm eine Termokanne. Beim Einkaufen, Auto fahren, Spaziergängen…Am nächsten Tag machte ich mich wieder früh auf, um nach Colonia zu kommen. Dort bummelte ich ein paar Stunden durch das kleine, liebevolle, bunte Dörfchen, genoss die Aussicht auf einem Leuchtturm und futterte einen super leckeren Chivito (spezieller Burger). Nachmittags ging dann meine Fähre zurück nach Buenos Aires, wo mich mein vorheriger Couchsurfer, Gaston, auch schon wieder erwartete! Insgesamt war Uruguay dann gar nicht sooo exotisch, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Wie Chile und Argentinien ist es schon sehr westlich und top entwickelt. Man hat sich eigentlich gar nicht so richtig in Südamerika gefühlt. Aber zum Urlaub machen optimal!!

Großstadtzeit

Argentinien – Buenos Aires

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Das Ende des Jahres rückte näher. Nach meinem gewollt einsamen Weihnachten wollte ich den Start ins neue Jahr ein bisschen mehr unter Menschen feiern. Und wo geht das besser, als in einer Großstadt?! Um die riesige Distanz von der südlichsten Stadt der Welt bis nach Buenos Aires möglichst schnell zurückzulegen (über 3000km Straßenlinie), stieg ich am 28 Dezember in den Flieger. Für Buenos Aires hatte ich dann einen Schlafplatz über Couchsurfing organisiert, wo ich ein paar Tage bleiben wollte. In der Großstadt ohne große Orientierung angekommen, manövrierte mich Gaston, mein “Gastgeber
” per Anweisungen in Whatsapp zu seiner sehr zentral gelegenen Wohnung. Dort erwartete er mich schon mit ein paar leckeren DSC07272Empanadas. Die folgende Zeit in Buenos Aires vergang wie im Flug. In der Wohnung fühlte ich mich bald schon wie ein WG-Mitbewohner Gastons und seiner Cousins.Täglich verbrachen wir Stunden am Tisch, Mate trinkend (hier mehr über Mate) und über Gott und die Welt redend.
Zusammen zogen wir oft in und durch die Stadt, auf der Suche nach Ess- oder Machbaren und hatten dabei viel Spaß. Am letzten Tag des Jahres kamen Hans und Josepha nach Buenos Aires. Alle zusammen kochten wir und hatten einen super letzten Abend. Die letzte Stunde verbrachten wir am Holzhafen in einer großen Menge. Dann kam ein Countdown und mit seinem Ende das neue Jahr. Die ersten Stunden 2015’s verbrachten wir dann durch die Stadt irrend, versuchend ins Viertel Palermo zu kommend  – erfolglos. Als wir dann endlich ein Taxi ergatternen wollten wir nurnoch ins Bett :D.
9 Tage verbrachte ich in Buenos Aires, war noch viel mit Hans und Josepha durch die Stadt gewandert, die einfach überwältigend groß ist. Am dritten Tag des neuen Jahres war die gesamte Innenstadt durchzäunt. Grund war die Präsentation der Rallye Dakar, die am Folgetag startete. Dieses Riesenspektakel ließ ich mir natürlich nicht entgehen. Am Vortag meiner Abreise fuhr ich mit Gaston noch ins Haus seiner Eltern, außerhalb von Buenos Aires. Dort wurde lecker gegrillt, im Pool geplanscht und Gesellschaftsspiele gespielt. So lernte ich eine supernette Familie kennen und wurde mir bewusst, wie viel dichter die ganze Familienstruktur in Südamerika ist. Insgesamt blieb ich viel länger als geplant in der Hauptstadt Argentiniens, was sicherlich auch an der super Aufnahme von Gaston lag.
Am Montag, dem 5. Januar musste ich von Buenos Aires vorerst Abschied nehmen. Früh morgens nahm ich eine Fähre in ein für mich exotisches (so hielt ich es zumindest vorher :D) Land: Uruguay.