La Paz – ABC

Nachdem ich damals ein ABC zu Peru gemacht habe, hier das gleiche mal auf La Paz bezogen :)

DSC09118

Plaza Avaroa:
In La Paz gibt es nicht wirklich viele grüne Ecken, Parks oder Entspannungsmöglichkeiten. Durch die limitierte Fläche auf Grund der Topografie werden eher neue Hochhäuser gebaut, als unrentable Grünflächen anzulegen… Umso glücklicher bin ich, dass ich zumindest den Plaza Avaroa direkt vor meiner Haustür habe, ein Platz mit ein paar Bäumen und Rasenflächen in dem man gut mal entspannen und die Sonne genießen kann.

Briefe:
Leider schaffen es die wenigsten Briefe/Päckchen zum Empfänger. Zumindest, wenn sie außerhalb von Bolivien abgeschickt werden. Immerhin 2 Postkarten und ein Brief haben den Weg geschafft. Auf das Weihnachtspäckchen meines Bruders und viele Briefe wartete ich bis zum letzten Tag vergebens…

Continue reading La Paz – ABC

Abenteuer im Hochland

Im Anschluss der Reise mit den Technikern vom Complejo Solar de Oruro ging es direkt weiter: mit einem der Techniker von Ecoenergía machte ich mich auf den Weg in den Norden des Departments Potosí. Wir verbrachten einige Tage in der Region von Sacaca, wieder mal um einige solare Wasserpumpen zu besichtigen.
Wir hatten eine Liste mit Personen, die eines dieser Systeme im Rahmen eines Projektes DSC09549erhalten hatten. Die Communidad lag in einem Tal, der Weg hinunter aus Schutt und Geröll. Mit unserem Fahrzeug näherten wir uns so gut es ging an, der restliche Abstieg zu Fuß war nach einer halben Stunde geschafft. Unten angekommen war außer ein paar Fußball spielenden Jugendlichen kaum eine Menschenseele zu sehen. Der Grund war ein Dorffest am Vortag. Sämtliche Männer waren um 2 Uhr Nachmittags noch am schlafen oder so unzurechnungsfähig, dass ich mit meinen Fragebögen ein bisschen fehl am Platz war. Mit den Frauen konnte man auch nicht kommunizieren. Diese sprechen in den abgelegenen Communities meist nur eine der indigenen Sprachen und sind zudem so schüchtern, dass sie kichernd in ihren Häusern verschwinden (Im Gegensatz zu den Männern verlassen die Frauen so gut wie nie ihre Communities, haben kaum Bildung und kennen keine “Welt da draußen”).
Ein weiteres Problem in dieser Community waren dann die Pumpen selber. Zwar fanden wir die Häuser mit ihren Solarpanelen schnell, doch wurden die Pumpen nie genutzt. Alle Teilnehmer des Projekts zeigten uns froh ihre noch orginalverpackten Wasserpumpen. Sie hatten damals an einem Projekt für Wasserförderung teilgenommen, und ein Solarpanel, eine Batterie und eine Solarpumpe fast gratis erhalten. Die Systeme wurden von Ihnen jedoch nur zur Beleuchtung genutzt, der Fluss in der Nähe und einige manuelle Pumpen im Dorf sorgen fürs Wasser…
Nachdem wir wieder zum Auto hochgestiegen sind ging es daran, die Geröllstraße DSC09572hochzukommen. Bis auf eine Stelle klappte das ganz gut. Nur diese eine Stelle schafften wir auch nach etlichen Versuchen nicht, da unser Fahrzeug kein Allriedantrieb hatte. So musste unser Techniker wieder ins Dorf absteigen und Leute zum Anschieben auftreiben. Nach einiger Zeit waren wir dann 4 Leute zum schieben, das Auto wieder frei.
Am folgenden Tag ließen wir unsere Liste beiseite (hätte dort wegen uninstallierten Pumpen keinen Sinn gemacht) und steuerten ein andere Zonen an, wo wir tatsächlich Panele und Pumpen vorfanden. Unter anderen fanden wir auch einen Tinku (Kampf). Bei dieser Veranstaltung treffen sich 2 verschiedene Communities und verprügeln sich. Es geht mit Schiedsrichtern sogar ein bisschen geordnet zu. So schlagen sich in verschiedenen Kreisen Kinder, Frauen und Männer. Alle natürlich gut alkoholisiert. Ich als einziger Weiße fühlte mich natürlich ein bisschen unwohl, da ich auch ab und zu gefragt wurde ob ich nicht kämpfen will :D

Die Suche

Die letzte Zeit war ich oft auf der Suche – nach solaren Wasserpumpen. Da diese ein mögliches Thema für meine Bachelorarbeit sind, versuchte in meinem letzten Monat noch möglichst viele in Boliviens Hochland installierte Systeme zu besichtigen.
Das bringt jedoch immer ein paar Schwierigkeiten mit sich, die man nur mit Ortskundigen DSC09451lösen kann:
-Die Pumpen sind meist außerhalb des Stromnetzes installiert, das heißt ziemlich tief in der tiefsten Pampa. Anfahrt nur mit einem Allradantrieb und mit Personen die wissen, wo es langgeht.
-Die Besuche sind oft Überraschungsbesuche. Nur bei den wenigsten Campesinos lassen sich im Vorfeld die Besichtigungen ankündigen. So kann es sein, dass man nach Stunden des Suchens endlich das Gehöft findet, dann aber niemand zu Hause ist….
-Man findet das richtige Gehöft, findet auch die Bewohner, aber keine Pumpe, weil diese kaputt/geklaut…ist…

Trotzdem sind die Besuche auch daher immer Abenteuer pur, und man kommt in traumhafte Gegenden Boliviens, zu denen man sonst nie einen Zutritt hätte.

DSC09531

Zusammen mit der NGO Complejo Solar de Oruro begab ich mich für einen Tag auf “Pumpensuche” in der Umgebung von Oruro. Diese Organisation hatte vor einiger Zeit mit Finanzierungshilfe aus Österreich einige Pumpen in diesem Gebiet installiert. Obwohl wir den ganzen Tag unterwegs waren, schafften wir es lediglich, 3 Installationen zu besichtigen: 1 funktionierende, eine geklaute und eine ohne jemanden zu Hause. Nicht ganz sooo erfolgreich also.
Zum Glück gab es auf dem Weg interessante Dinge zu sehen wie Chullpas, alte Kirchen oder ein Forstprogramm…

 

Schneller als das Licht

Der Papst kam nach Bolivien! Und in meine Stadt La Paz! Ein Spektakel, dass ich mir nicht entgehen lassen konnte. Ganz Bolivien hat seit Monaten auf diesen Moment gewartet, in La Paz wurde der Mittwoch zum Feiertag ernannt. Nach 6 Stunden des Wartens (selbst der Papst verspätet sich in Bolivien) bekamen wir ihn dann zu sehen. Leider wurde wegen der Verspätung die Straße zur Rennstrecke umdeklariert, der Papst sauste mit quasi Lichtgeschwindigkeit vorbei :D. So kam es nach der Wartezeit zumindest vor…
Aber wann bekommt man schon einmal so eine Gelegenheit geboten und 6 Stunden ist in Bolivien ja auch nicht soo viel :D

DSC09351

Raus ins Vollland

War die letzte Reise ins “Halbland” doch noch relativ zivilisationsnahe, so ging die Reise, die ich im Anschluss mit 2 Technikern der NGO “Energética” aus Cochabamba unternahm in Vollcampo.
Mit Finanzierung des deutschen Vereins “KarEn” realisiert Energética Wasserprojekte in Boliviens Hochland. Dort gibt es nur in den größeren Ortschaften einen Zugang zur Elektrizität, vom Wasseranschluss ganz zu schweigen.
Viele Familien leben jedoch weit im Hochland verstreut, in einzelnen Gehöften von ihrer Lama und Alpaka-Zucht lebend. DSC09295Man kann sich gut vorstellen, dass wenn noch nicht einmal Straßen exisitieren, der Anschluss ans Wasser/Stromnetz noch etwas länger dauern wird. Die Alpakazüchter sind wegen fehlender Brunnen sehr auf Niederschläge angewiesen, die sich dann in Aushebungen sammeln. In diesen “Gruben” sammelt sich aber nicht nur das Regenwasser, sondern auch die Exkremente der daraus trinkenden Herden. Auch werden durch den Wind sämtliche Verunreinigungen in die offenen Löcher getragen, sodass die Wasserqualität sehr sehr schlecht ist, was zu Krankheiten der Tiere führt.
Um diese Situation zu verbessern wird von Energética ein Projekt durchgeführt, bei denen den Bauern geholfen wird, ein Wassersystem mit Solarpumpen auszuführen. Dabei müssen die Bauern Vorarbeiten erledigen: Brunnen ausheben, Wassertränke Wassertränke für die Tiere aus Beton gießen und ein Fundament für einen Wassertank aufsetzen. Gegen eine Beteiligung von 500 Bolivianos (ca. 70 Euro) bekommen sie dann eine solare Wasserpumpe, Solarpanele und einen Wassertank. So lassen sich täglich ein 2500 Liter Wasser fördern und die Bedingungen für die Tiere (und damit auch für die Menschen) DSC09182deutlich verbessern. Da mich das Thema für meine Abschlussarbeit sehr interessiert, konnte ich die beiden Techniker begleiten, als sie die Vorarbeiten der Begünstigten begutachteten. Das Gebiet dieser Besichtigung war im Departement Oruro grob um Cosapa herum. Dabei hatten wir in unserem Jeep ein paar Kannister Benzin und einen lokalen Techniker der uns den Weg zeigen konnte. Außerdem hatte ich einen Rucksack mit gefühlt voller Essen dabei, weil ich mir im Vorfeld ein “wenig” Sorgen um die Verpflegung machte. Außer ein paar Kekse rührte ich von alledem jedoch nichts an. Grund war die beste Versorgung durch die besuchten Bauern. An jedem besuchten Brunnen wurde extra für uns ein Mittagessen zubereitet, dass man auch schlecht ablehnen konnte. So gabs für  mich bis um 2 Uhr Mittags 6 Mittagessen!! Aber wer sagt zu Lamasteaks, Lamasuppe, Lamaxyz auch schon nein? :D. Während der zwei Tage besuchten wir über 20 Brunnen und sahen ziemlich viele Lamas, Alpacas und Vicuñas. Die ganze Zeit hatten wir perfekte sicht auf den angrenzenden Nevada Sajama, den höchsten Berg Boliviens. Eine wirklich traumhafte Landschaft, die bisher wohl nur eine Hand voll “Ausländer” genießen konnte. Mal gucken, ob ich in meiner Restzeit in Bolivien noch die Chance bekomme, bei der Installation der Pumpen und Panele mitzukommen…

Raus ins Halbland

In letzter Zeit kam ich mal wieder ein bisschen mehr raus auf Campo. Diesmal fuhr ich mit meiner Arbeit, Ecoenergía Falk, in die Nähe von Achacachi am Titicacasee. Dort besuchten wir einen solaren Kuhstall, der vor ein paar Jahren von Ecoenergía gebaut wurde. Das besondere an diesem Stall ist die solare Architektur und Struktur des Stalles. Durch die richtige Ausrichtung, Verfugung, Lüftungsmöglichkeiten und ein lichtteildurchlässiges Dach herrscht in diesen Ställen ein stark verbessertes Klima. Durch die Lüftung zieht die Feuchtigkeit raus, außerdem erheizt sich der Stall während des Tages gut, sodass es die Kühe nachts wärmer haben. Durch die besseren Bedingungen geben die Kühe deutlich mehr Milch und werden weniger krank.